Schwarzer Humor und die dunkle Seite der MachtSchüler und Schülerinnen der Peter-Hille-Realschule Nieheim stellen das Ergebnis ihrer Kabarett AG vor "Was für eine äußerst gelungene Aufführung" hörte man nach Ende des Kabarettprogramms der Kabarett-AG der Peter-Hille-Realschule in Nieheim immer wieder begeisterte Zuschauer und Zuschauerinnen anerkennend sagen. Zu Recht, denn das Publikum kam in der Premiere des Programms am 14.6. voll auf seine Kosten. Ein buntes Bühnenprogramm, in dem zahlreiche spaßig wirkende Szenen präsentiert wurden, wobei es den Schülerinnen und Schülern überzeugend gelang, tiefer greifende Themen auf eine amüsante Art und Weise zu kritisieren. Wer kennt sie nicht – die Arroganz der Macht oder die Unfähigkeit der Systeme, denen wir ausgeliefert sind? Vanessa Bockelkamp, Daniel Brockhagen, Christina Fehring, Michael Lakemeyer, Stefanie Linsen, Caroline Mönks, Tobias Müller, Jens Niggemann, Christoph Reineke und Katharina Stapelbroek klärten das Publikum nach einer kurzen Einführung in den Kabarett-Knigge beispielsweise über die Arbeitsmoral der Beamten an Hand des Falls "Sven will sein Zeugnis im Nieheimer Rathaus kopieren." auf. Mal schlafend, mal faul oder einfach nur schlecht gelaunt, so richtig zuständig fühlt sich niemand für Svens Anliegen und so werden die Beamten auch durch Aussagen wie "Oh nein, jetzt hab ich mir doch wirklich meinen Fingernagel abgebrochen" kräftig durch den Kakao gezogen. Ob Politiker, die Polizei, die Kirche oder deutsche Fußball-Prominenz, wie Christoph Daum, bei den jungen Darstellern kriegte jedermann sein Fett weg und man begriff schnell, dass der Titel "Die DUNKLE Seite der Macht" nicht zu viel versprochen hatte. Frei nach dem Motto "Wir nehmen kein Blatt vor den Mund" übten die Schülerinnen und Schüler unter der Regie von Richard Wiemers humorvoll scharfe Kritik an George W. Bush und seiner Irakpolitik und scheuten sich auch nicht davor, in Anlehnung an "Die Sendung mit der Maus" den Zuschauern eine Anleitung zum Thema "Wie mache ich mir einen Penner" zu geben - kleine und größere Seitenhiebe auf die deutsche Politik und Hartz IV natürlich inklusive. Bei all ihren anspruchsvollen Dialogen, die immer wieder durch Schilder, Musik, Lieder oder Tänze aufgelockert wurden, überzeugten die zehn Zehntklässler durch engagiertes Schauspiel und große Spielfreude und es gelang ihnen auf diese Weise, die von ihnen selbst verfassten Texte beeindruckend zu präsentieren. So erfuhr das Publikum außerdem, dass "die Dame nebenan eine Hexe ist", NPD-Anhänger nicht mehr als vier aneinander gereihte Sätze verstehen können oder Hans Eichels Motto ganz unbeschwert "Das Geld, das ich ausgebe, habe ich nicht" ist. Wer des Weiteren erfahren möchte, was Boris Becker in der Besenkammer getrieben hat und welche Zigarre Bill Clinton Monika Lewinsky gezeigt hat, der hatte dazu nochmals Gelegenheit am Donnerstag, dem 16. Juni um 19.30 Uhr in der Aula der Peter-Hille-Realschule. Wiebke Müller
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