Die NW schrieb:

Der letzte Lacher bleibt im Halse stecken

Peter-Hille-Realschüler mit hochaktuellem Kabarett

l Nieheim (kö). „Was kann man schon in einem Kaff machen, das Nieheim heißt", stellt  Dorothe Ballek anfangs die Frage, die Eltern in dieser Region vermutlich des öfteren zu hören bekommen. Und für die Dörfler, speziell für die aus Pömbsen, wiederholt sie alles Gesagte noch einmal ganz langsam.

Sie ist einfach gut drauf, die Kabarett-AG der Peter-Hille-Schule. Frei und unbekümmert agieren die Realschüler und nehmen bei ihrer Reise „Schneller in die Vergangenheit als zurück" alles das aufs Korn, was ihnen in der Erwachsenenwelt vor den Scheibenwischer gelaufen ist. Promis, Prollos, Beamte, Arbeitsberater, Arbeitgeber und die Bundeswehrschule werden von ihnen in einer Weise kopiert, dass kein Auge trocken bleibt. Zielsicher setzen sie Pointe um Pointe und strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer mit dem Kauf einer Frau bei eBay ebenso, wie mit der Beamtengeißel, einer aus Büroklammern bestehenden Kette mit einer daran befestigten Heftzwecke.

Deutlich wird auch, was Jugendliche denn wirklich vom schwachsinnigen Rummel um Deutschlands angebliche Superstars halten. Zum Schluss jedoch bleibt der Lacher plötzlich im Hals stecken.

Die Szene, in der eine junge Frau sich nach der Schule und abgeschlossener Ausbildung vergeblich um einen Arbeitsplatz bemüht, führt die Probleme der heutigen Jugendlichen so plastisch vor Augen, dass es für einen Augenblick kalt auf der Haut wird. Dieses jedoch nicht nur wegen der gekonnten Darstellung durch die Akteure Dirk Duscha, Julia Möhring, Marc Neumann, Daniel Rüthers, Martin Tomm, Stephanie Vedder, Tim Wiegers, Dorothe Ballek und Sebastian Wrenger, vielmehr ist es die Erkenntnis, dass die Mädchen und Jungen, die die Texte selbst verfassten, um dieses Dilemma wissen.

Lifestyle: Wie man sich als Jugendliche in einem Kaff wie Nieheim in Szene setzt, wusste Dorothe Ballek ganz genau.

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